Rückblick: 61. Schreibnacht, oder: Nicht aufgeben!

Veröffentlicht von Francis S. am

Am 27. April fand die 61. Schreibnacht statt und Special Guest Madeleine Puljic beantwortete eine Stunde lang die Fragen der Schreibnächtler. Anschließend konnten die Autorinnen und Autoren wie immer auf Twitter, Facebook und auch ein wenig im Forum austauschen, Wordwars bestreiten und den Abend in Ruhe ausklingen lassen.

Aber bevor wir zum Ende kommen, lasst uns das Interview mit Madeleine Puljic Revue passieren – oder sollte ich sagen: die unzähligen Fragen, die auch an diesem Abend wieder zusammengekommen sind? Denn unser Gast war gefragt! Das ist auch kein Wunder: Madeleine Puljic hat 2017 den Deutschen Selfpublishing-Preis für „Noras Welten“ erhalten und schreibt seit 2016 regelmäßig für die Heftromanreihe Perry Rhodan. Sie ist im Bereich der Phantastik unterwegs, schreibt Sci-Fi und Fantasy und macht gelegentlich auch kleine Umwege in den Bereich der Horrorgeschichten. Da ihre Wurzeln im Schreiben von Kurzgeschichten liegen, und sie nicht nur Erfahrungen im Selfpublishing hat, sondern auch seit einem Jahr verstärkt mit Verlagen zusammenarbeitet, ist sie eine Hybridautorin, der man am liebsten Löcher in den Bauch fragen möchte.

Die gebürtige Österreicherin durfte sich als in Deutschland lebende Autorin auch Fragen zu ihren Erfahrungen mit beiden Nationalitäten stellen. Seit ein paar Jahren lebt Madeleine in Hamburg und neben den Gemeinsamkeiten – Menschen, Flüsse, Geschichte – kann sie sich auch über längere Öffnungszeiten in Deutschland freuen und das Schubladendenken der Deutschen kritisieren, wenn die Frage aufkommt, ob süße Gerichte auch als Hauptspeisen gelten. Von ihrem Privatleben stürzt man natürlich bei den Fragen auch schnell in ihr Autorenleben: Nach den Vor- und Nachteilen des Schriftstellerlebens gefragt, sieht sie die freie Zeiteinteilung sowohl als positiven als auch als negativen Aspekt. Die Vorteile sind die Nachteile sind die Vorteile!? Spannend! Natürlich geben sich die Schreibnächtler damit noch nicht zufrieden und haken genauer nach.

Schwierige Szenen brennen Madeleine Puljic unter den Nägeln, weil sie für sie Schlüsselszenen darstellen, gleichzeitig sieht sie Actionszenen durchaus als schwierig an, und natürlich gibt es auch Szenen, die sie liebt – sei es nun die Begegnung ihrer Figuren mit dem Love Interest, dem Bösewicht oder gar mit Personen, deren Schicksal schon seit Ewigkeiten miteinander verstrickt war. Bis zur Geburt ihrer Tochter organisierte Madeleine ihre Schreibzeit gern mithilfe von Apps, aber mit Kind ist sie froh, wenn sie zum Schreiben kommt. Sie schätzt bei Perry Rhodan die Arbeit im Team und beschreibt eindrücklich das Lernpotential des Schreibens von Heftromanen. Souverän gibt sie Marketing-Tipps („Mach, was dir Spaß macht!“), verrät, ob sie eher Plotter oder Pantser ist, benennt ihr größtes Respekt-Genre und widmet sich der schwierigen Frage: „Wie viel Horror ist zu viel Horror?“ Ob Madeleine die Vorbereitung, das Schreiben oder das Überarbeiten als Teil ihres Schreibprozesses am liebsten hat – das könnt ihr zusammen mit all den anderen Antworten in der Fragestunde im Forum nachlesen. Für die Schreibnächtler gilt derselbe Ratschlag, den Madeleine ihrem Vergangenheits-Ich geben würde: Gib nicht auf! Mach weiter!

Schaut man auf Twitter, auf Facebook, Discord oder ins Forum selbst, so stellt man schnell fest: Die Schreibnächtler haben sich ein Beispiel genommen und um die Wette geschrieben. Die Teestube wurde eifrig genutzt, die Etappen bewältigt, die Aufgaben in Angriff genommen. Auf Twitter hieß es schnell „Ins Manuskript reinkommen!“ und „Weitermachen!“ und genauso effizient beantworteten die Autorinnen und Autoren auch die Aufgabe, den Antagonisten in einem Satz zu beschreiben: kurz und knackig. Bei einem Special Wordwar im Forum traten die Schneemänner gegen die Drachen an, um auch die Aktionen im Forum anlässlich des Camp NaNoWriMo fortzuführen, und gewaltige 30.000 Wörter wurden dort von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf dem Papier festgehalten. Ich bin beeindruckt! Und da interessiert mich doch gleich von allen anderen: Wie viele Wörter habt ihr in der letzten Schreibnacht geschrieben? Seid ihr zufrieden? Und natürlich: Seid ihr bei der nächsten Schreibnacht wieder dabei?

Meine Empfehlung, um die Zeit bis zur nächsten Schreibnacht zu überbrücken: Auf die Tasten, fertig, los!


Francis S.

Ich bin eine nach Büchern süchtige Autorin aus dem Bergischen Land. Nach meinem Studium in Geschichte und Philosophie wurde ich auf einem Barcamp aufgrund eines Vortrags über Antagonisten als "das Böse" betitelt, obwohl ich eigentlich nur eine elende Besserwisserin oder berüchtigt für meine Brainstorming-Hilfe sein wollte. Ich mache seit einer Weile als "Buchbummelant" die Schreibnacht unsicher.

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