Meet the Schreibnacht-User: Interview mit Mara_Wilbert

Meet the Schreibnacht-User: Interview mit Mara_Wilbert

Heute stelle ich euch eine Userin vor, die sich kurz nach mir angemeldet hat und der ich regelmäßig auf Kölner Autor:innentreffen begegnet bin: Mara Anne Wilbert, im Forum: Mara_Wilbert.

PS Manche kennen sie vielleicht noch als marinacgn.

Heute stelle ich Marina allerlei Fragen. Copyright by Mara Anne Wilbert.

Hallo! Nach zweieinhalb Jahren monatlichen Treffen darf ich dich endlich auch online ausquetschen. Da ich dich kenne, unsere Leser:innen aber noch nicht, magst du dich erst einmal vorstellen?

Ich heiße Marina, bin 37 Jahre alt und wohne in Köln. Ich schreibe bewusst nicht “Ich komme aus Köln”, weil das eine glatte Lüge wäre. Ich bin der typische Fall von “Land-Ei goes Großstadt”. Ursprünglich komme ich nämlich aus dem Hochsauerland, genauer gesagt aus der Regierungsstadt Arnsberg. Beruflich hat es mich schon kreuz und quer durch die Republik getrieben, aber jetzt arbeite ich in Bonn bei einer Behörde. Mein Beruf ist auch der Grund, wieso ich, wenn ich hoffentlich einmal Bücher auf den Markt bringe, unter dem Pseudonym “Mara Anne Wilbert” schreiben werde. Beruf und Schreiben sollen nicht miteinander kollidieren.


Das kann ich verstehen und es geht vielen Autor:innen ebenso. Ich habe ja gerade schon angesprochen, dass wir uns auch privat von den Kölner Schreibnacht-Treffen kennen. Magst du uns vielleicht kurz erklären, wie du dazu kamst, und welche Bedeutung sie für dich als Autorin haben?

Dafür muss ich ein wenig ausholen: Ich bin am Anfang (das war im Oktober 2017) mehr oder weniger zufällig bei der Schreibnacht gelandet. Ich hatte auf Facebook die Ankündigung einer Schreibnacht gesehen und habe dann mal versucht, mich auf der Seite anzumelden. Bei dem Versuch ist es erstmal geblieben, weil ich das in der Mittagspause in meinem Büro machen wollte, aber die Stärke des W-LAN-Signals meinem Smartphone für die Anmeldung nicht gereicht hat. Aber irgendwie hat es dann doch noch geklappt und ich habe in meiner ersten Schreibnacht in sechs Stunden fast 8 k Wörter an mein damaliges Manuskript drangehangen. Ganz ehrlich? Das hätte ich mir nie vorstellen können. Also was die Motivation durch andere Autor:innen ausmacht.

Im November war dann ein Live-Treffen in Köln angekündigt. Als ich gesehen habe, wie viele Leute sich da angemeldet hatten, habe ich spontan gesagt: Da machst du auch mit. So habe ich mich dann nach einer Wohnungsbesichtigung, weil ich gerade etwas Neues suchte, auf den Weg in die Mayersche Buchhandlung gemacht und nach @Bianca gesucht, die mich zu dem Treffen eingeladen hatte. Ich habe mich irgendwie sofort … wie drücke ich es jetzt am besten aus … zu Hause gefühlt? Ja, das trifft es ziemlich gut. Ich bin bei den Offline-Treffen das erste Mal seit langer Zeit auf Menschen getroffen, die mit meiner kreativen, und zugegebenermaßen auch verrückten, Ader etwas anfangen können. Wenn man in der Kölner Runde sagt, dass einem wieder ein Plotbunny auf der Schulter sitzt oder der Protagonist macht, was er will, wird man halt verstanden.


Erinnerst du dich noch an deine erste Schreibnacht? Wie hast du sie erlebt?

Einerseits chaotisch, weil da schon feststand, das bei mir ein Umzug ins Haus steht und ich auf der Suche nach Konzentration war, aber andererseits auch unheimlich inspirierend und motivierend. Ich hatte vorher nur im “stillen Kämmerlein” geschrieben und war total überrascht, was Etappen, Wordwars et cetera für einen Vorschub geben. Nach einer Zeit habe ich das Chaos, was sonst den Tag über meine Gedanken beherrscht hat, einfach vergessen. Das war gut.


Es freut mich, dass das Forum für dich so ein positiver Ort ist! Wenn du auswählen müsstest, welcher Bereich im Forum gibt dir als Autorin am meisten Motivation?

Wordwars und Schreibtouren motivieren doch sehr. Da habe ich auch am Anfang gemerkt, dass die Pomodoro-Technik für mich sehr gut ist. Ich finde es auch großartig, was das Team immer zu den NaNo-Camps und zum NaNoWriMo organisiert. Alleine wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Seit wenigen Monaten habe ich allerdings im Forum noch einen Unterstützungs-Boost bekommen, dadurch, dass ich jetzt Mitglied der “Brainstormers”(1) bin. Sehr motivierende Writing-Buddies-Gruppe, die sich auch abseits von Autorenthemen sehr gut versteht. Wie schon oben erwähnt, geben mir die Offline-Treffen auch unheimlich viel. Und ohne das Forum hätte ich von solchen Veranstaltungen wie Litcamps noch nie gehört und wäre wahrscheinlich auch noch auf keiner Buchmesse gewesen.


Das hört sich so an, als wäre dein Leben sehr gefüllt mit dem Schreiben. Gibt es ein Hobby, das du darüber hinaus verfolgst? Einen Teil deines Lebens, für den du ebenso brennst?

Schreiben ist schon mein “Haupt-Hobby”. Aber wenn ein guter Film läuft, der vielleicht auch nicht so der Mega-Blockbuster ist, sondern ruhig die leiseren Themen behandelt, zieht es mich auch ins Kino (wo ich mich dann auch gern inspirieren lasse). Ich gehe gerne schonmal ins Musical oder Theater. Und dank Heiko Hentschel (im Forum @philbloom , lieben Gruß nach Hamburg) habe ich das Zeichnen für mich wiederentdeckt, obwohl ich es natürlich lange nicht so gut kann wie er.

Marina in Köln. Copyright by marinacgn (Mara Anne Wilbert).

Kommen wir von dir zu deinen Texten. In welchen Genre bist du unterwegs und woran schreibst du gerade?

Zur Schreibnacht gekommen bin ich als Krimi-/Thrillerschreiberin. Momentan schreibe ich aber am ersten Teil einer Historienreihe, die vielleicht ab und zu kriminalistische Elemente hat, die aber keinesfalls im Fokus stehen. Das ist eher eine Lebens- und Liebesgeschichte nach realem Vorbild. Auf die Reihe konzentriere ich mich jetzt erstmal. Später kehre ich dann vielleicht zum Krimi zurück. Manchmal hat man Themen, die einen beim Schreiben beschäftigen.


Hast du bestimmte Themen, die dir besonders wichtig sind und die immer wieder Zugang zu deinen Geschichten finden – und wenn ja, magst du uns etwas mehr darüber verraten?

Ja, mich beschäftigen schon einige Themen. Bei meiner Historienreihe will ich vermitteln, dass man trotz aller Schwierigkeiten, die man hat, ein glückliches Leben führen kann. Weil ich glaube sagen zu können, dass die beiden realen Vorbilder für die Hauptfiguren ein alles in allem schönes Leben hatten. Dafür muss keiner ein Superheld sein. In meinen Krimis verarbeite ich eher eigene Erfahrungen und Beobachtungen. Ich habe schon mit vielen verschiedenen Menschen zu tun gehabt (beruflich und privat), bei denen man gutes Manuskriptpotenzial hat, wenn man sich vorstellt, was sich hinter einer Fassade verbergen könnte … und teilweise kenne ich auch die Geschichten dahinter. Man darf also gespannt sein, was da noch herauskommt. Ich bin es auf jeden Fall. Weil ich es selbst noch nicht weiß.


Das ist spannend! Welchen Teil des Schreibprozesses magst du am liebsten?

Ich überarbeite tatsächlich sehr gerne. Wenn ich merke, dass die Geschichte so mehr oder weniger schon auf dem Papier steht. Dann nochmal eintauchen und den Charakteren ihre richtigen Ecken und Kanten geben, der einen oder anderen Szene noch den ultimativen Kick geben … ja, mache ich gerne. Bei der sprachlichen Überarbeitung werde ich diese Aussage wahrscheinlich wieder bereuen, aber die inhaltliche Überarbeitung macht mir Spaß.


Vervollständige diesen Satz: Ich bin der Schreibnacht dankbar für

… die Motivation, die ich hier völlig gratis bekomme, wenn ich sie brauche, viele lustige Stunden und am Wichtigsten einige Menschen, die ich jetzt meine Freund:innen nennen darf.

Liebe Marina, ich danke dir sehr, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!
Sehr gerne 🙂


Social Media & Webpräsenz

Twitter: @marinacgn1983
Instagram: Marinaw683
Website: http://www.mara-a-wilbert.de/


Anmerkung (1): Die Brainstormers sind nicht länger eine Writing Buddy-Gruppe des Schreibnacht-Forums.

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