Camp Pep Talk 2 – Die erste Flaute überwinden

Veröffentlicht von Lina Vindur am

7 Tage sind im Juli und damit im Camp NaNo schon vorbei. Häufig ist das in etwa die Zeit, in der das Manuskript anfängt ins Stocken zu geraten. Die Euphorie vom Anfang ist verebbt und der Alltag fordert wieder die Aufmerksamkeit die wir ihm eine Woche lang entzogen haben.

Schnell kann ein Tag Pause zu einem zweiten, dritten, vierten führen… Und dann kommt das Ende des Monats doch wieder sooo überraschend (jap, Ironie).

Um es nicht soweit kommen zu lassen, stelle dir einmal diese Frage: Was ist der Kern, den du in deiner Geschichte erzählen möchtest?

Deswegen ist diese Überlegung wichtig: Jede Erzählung wirft eine Frage auf, die beantwortet werden will. Die Reise deiner Figuren in deinem Manuskript ist die Suche/der Weg nach eben dieser Antwort. Um einen Vergleich zu ziehen: In einer wissenschaftlichen Arbeit wäre es eine These und diese wird durch Argumente untermauert oder widerlegt. Nüchtern betrachtet, machst du genau das in deinem Manuskript. Als Autor*in musst du also wissen in welche Richtung die Figuren reisen sollen, welche Frage zu beantworten ist, denn so können sich die Figuren und die Geschichte authentisch entwickeln.

Der Kern der Geschichte/die Prämisse/das Thema/die These/die übergeordnete dramaturgische Frage… egal wie man es genau betitelt: Es ist der rote Faden, der sich durch jedes Buch zieht. Die meisten von uns haben dies, durch lange Lese-Erfahrung geprägt, völlig unbewusst beim Schreiben integriert. Doch egal ob Pantser, Plotter oder etwas dazwischen, sich diese Frage wirklich bewusst zu machen, kann eine entstehende Blockade oder Sackgasse auflösen und flache Figuren wieder handlungsfähig werden lassen.

Unser Gehirn liebt Fragen und hat die erstaunliche Fähigkeit diese im Unterbewusstsein ständig weiter zu bearbeiten. So entstehen übrigens die berüchtigten Geistesblitze unter der Dusche, beim Autofahren und so weiter. 🙂 Je präziser diese Frage ist, desto präzisere Antworten erhalten wir. Versuche dabei offene (W-)Fragen zu stellen.

Denke bei Romeo & Julia nicht:
(Unglückliche) Liebe.

Sondern:
Wie können zwei Menschen aus verfeindeten Familien eine glückliche Liebesbeziehung führen?

Oder:
Wie können zwei junge Liebende die festgefahrenen Meinungen ihrer Familien ändern, wenn es um ihr Glück und ihr Leben geht?

Mit der gezielten Frage regen wir unseren kreativen Teil im Gehirn an, der direkt (manchmal auch verspätet beim Duschen…) mit jeder Menge Ideen antwortet.

Nun versuche es mit deinem Manuskript und stelle dir dann diese Frage ganz bewusst (vielleicht sogar laut). Sei bereit zum Schreiben, wenn die Antworten kommen. 🙂

Bonus-Tip: Dieselbe Methode funktioniert auch für einzelne Kapitel/Szenen etc. 🙂

Ich bin gespannt, ob euch diese Technik genauso hilft wie mir, also lasst gerne Kommentare da. Wie ist euer Stand im Camp NaNoWriMo? Verfolgt ihr unsere Forums-Aktionen? 🙂


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