Kreativität? Was ist das überhaupt?

Kreativität? Was ist das überhaupt?

In den letzten Beiträgen von mir habe ich euch ein paar
Kreativitätsmethoden näher gebracht, heute möchte ich überlegen, was ist
Kreativität überhaupt? Viele Menschen haben schon viel über diesen Begriff
gesagt und versucht ihn zu definieren. Doch wie gut ist ihnen das gelungen?
Im Duden steht unter der Bedeutung von Kreativität
folgendes:
Kre-­a­-ti­-vi­-tät, die
Wortart: Substantiv, feminin
Bedeutung:
1.   (bildungssprachlich)
schöpferische Kraft, kreatives Vermögen
2.   (Sprachwissenschaft)
mit der sprachlichen Kompetenz verbundene Fähigkeit, neue, nie gehörte Sätze zu
bilden und zu verstehen.

Wussten Sie schon?
Dieses Wort stand 1973 erstmals im Rechtsreibduden.
Synonyme
Einfallsreichtum, Erfindungsgabe, Fantasie, Genie, Intelligenz
Doch was heißt das jetzt? Was ist Kreativität? Klar ist
bis jetzt: Man kann es NICHT essen, leider.
Wikipedia sagt Folgendes dazu:
Kreativität wird
ganz allgemein als die Erschaffung neuer und brauchbarer Formen definiert
.
In einem Wirtschaftslexikon heißt es:
Kreativität bezeichnet
in der Regel die Fähigkeit eines Individuums oder einer Gruppe, in fantasievoller
und gestaltender Weise zu denken und zu handeln. 
– Prof. Dr. Günter W. Maier, Prof.
Dr. Martin G. Möhrle, Prof. Dr. Dieter Specht 
Der Autor Jens Harmeier beschreibt die Kreativität in
seinem Buch „Originelle Kreativitätstechniken“ wie folgt:
Unter Kreativität wird die Fähigkeit eines
Menschen verstanden, Kompositionen, Produkte oder Ideen hervorzubringen, die in
wesentlichen Dingen neu sind und dem Schöpfer vorher unbekannt waren. Sie kann
sich durch das Denken in Vorstellungen oder in der Zusammenfügung von Gedanken
ergeben, wobei das Ergebnis mehr als eine reine Aufsummierung des bereits
Bekannten ergibt. 
– aus:
Originelle Kreativitätstechniken von Jens Harmeier, erschienen 2009 bei WEKE
MEDIA & Co. KG
Es gibt
noch unglaublich viele Definitionen zum Thema Kreativität und alle sagen sie in
etwa das gleiche. Kreativ sein ist ein Schaffensprozess. Selbst wenn man sich
nur hinsetzt und über alles Mögliche nachdenkt.
Bereits
bevor ich angefangen habe zu schreiben, begann der kreative Prozess und bei
speziell diesem Artikel hat er sehr, sehr lange gedauert.
Manche
erstellen sich aufwendig Konzepte, ehe sie mit dem Schreiben beginnen. Ich
dagegen schreib meistens einfach drauf los und überlege nicht lange. Jetzt
denkt ihr wahrscheinlich (zurecht), und die will uns was über
Kreativitätstechniken erzählen?
Ja, das
will die.
Kreativität
wird von jedem anderes ausgelebt und empfunden. Manche Sagen zum Beispiel ein
schwarzer Klecks auf einem weißen Hintergrund ist Kunst und sehr kreativ.
Kreativität
lässt sich auch nicht immer leicht ausleben. Manchmal will es einfach nicht so
wie wir uns das Vorstellen und ein andermal kommen wir kaum mehr mit dem Tippen
hinterher vor lauter Ideen.
Kreativität
ist eine Gabe, die wir nicht ungenutzt lassen sollten. Doch wie wir sie
ausleben, bleibt ein jedem selbst überlassen.
Eine kreative Idee ist nur eine Idee, so lange daraus keine
Taten folgen. 

Du musst handeln, sonst bist du nicht kreativ.

Glen Hoffherr
Ich finde
das Zitat sowohl passend als auch sehr inspirierend. Wir handeln vielleicht
nicht immer sofort und lassen die Idee reifen und wachsen, um wirklich so gut
zu werden, dass wir sagen, es reicht für ein ganzes Buch. Doch ist es nicht
jede Idee wert, zu einem Text gemacht zu werden (wahlweise natürlich auch Bild,
Musik oder andere kreative Möglichkeiten sich auszutoben)? In gewisser Weise
ja. Denn jede Idee, die wir haben und verwerfen, bringt uns ein Stück näher ans
Ziel.
Kreativität ist ein sehr abstrakter Begriff, wie man an
den Definitionen die oben aufgeführt sind bereits erkennen kann. Wir sind
kreativ in dem Wir schreiben, Figuren zum Leben erwecken und ganze Welten
erschaffen. Wobei der letzte Satz eher so klingt, als sei er aus einer Werbung
für ein Fantasy-Rollenspiel.  
Kreativ sein ist definitiv nicht das, was ich die letzten
zwei Monate mit diesem Artikel veranstaltet habe … Noch immer wünschte ich, Kreativität könnte man essen
oder sich einfach so besorgen und dann loslegen. Doch so ist es nicht.
Kreativität ist ein Prozess, der manchmal länger und manchmal weniger lang
dauert. Es gibt Momente da reicht ein kleiner Anstoß und unsere
Kreativität wird geweckt und wächst in einem Ausmaß, das wir uns an anderen
Tagen nicht einmal im Traum vorstellen können.
Kreativität ist etwa Wunderschönes, denn sie macht uns
noch einzigartiger als wir bereits sind.
Sie ist nicht greifbar. Wir arbeiten jeden Tag damit und
doch ist es nichts, was wir einfach auf die Schnelle erklären können.
Für mich ist Kreativität etwas, das sich nicht wirklich
steuern lässt. Manchmal kommen Ideen in den unpassendsten Momenten und dann
gibt es Tage, an denen man gezielt nachdenkt und zu tollen Ergebnissen kommt.
Ich wünsche euch viel Kreativität und auch viel Ausdauer
um jeden eurer kreativen Prozesse so beenden zu können, wie ihr euch das
wünscht.

Ein Gedanke zu „Kreativität? Was ist das überhaupt?

  1. Schöner Artikel. Ich hätte mir nur einen knappen Schwenk zu den Kreativ-Techniken gewünscht (Aktivierung der linken Gehirnhälfte, wo die Kreativität ja praktisch sitzt) um eine runde Sache draus zu machen.
    Und einen Abschnitt fand ich einen mehr oder weniger gewagten Griff ins Klo: "Kreativität wird von jedem anderes ausgelebt und empfunden." Bis dahin alles klar, aber dann: "Manche Sagen zum Beispiel ein schwarzer Klecks auf einem weißen Hintergrund ist Kunst und sehr kreativ. Der Meinung bin ich zum Beispiel nicht."
    Wer zuerst behauptet, Kreativität werde von jedem anders ausgelebt, sollte sich kein Urteil darüber erlauben, was letztendlich kreativ ist und was nicht. Es wirkt hier zudem argumentativ unsauber, weil das kreative Produkt und die Kreativität selbst durcheinander gebracht werden – dabei sind das zwei völlig unterschiedliche Dinge. Klar, es ist nicht schwierig einen schwarzen Klecks auf eine Leinwand zu setzen, aber es kann dennoch eine kreative Idee dahinter stecken. Mir würden da spontan gleich mehrere Sachen einfallen, z.B. Ausdruck der sozialen Isoliertheit des Individuums in der Gesellschaft, Der Blinde Fleck des Konstruktivismus, Selbstüberschätzung usw.
    Nur, weil etwas nicht kompliziert zu machen ist, ist es deshalb noch lange nicht weniger Kreativ – damit würdest du ja auch deiner Argumentation im Rest des Textes widersprechen. Wenn Kreativität v.a. Handeln ist, ist es ja prinzipiell egal, welche Handlung konkret gemeint ist.
    Daher würde ich den Satz "Der Meinung bin ich zum Beispiel nicht." löschen, weil dein Text sonst echt an Glaubwürdigkeit einbüßt. Wenn du nicht genug von einer bestimmten Kunstform verstehst, hilft es deiner Argumentation wenig, diese als vermeintliches Negativbeispiel anzuführen.

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