CampNaNoWriMo Peptalk #3

CampNaNoWriMo Peptalk #3

Halbzeit aber noch lange nicht das Ende!

Zuerst ein Geständnis:
Ich hasse Deadlines! Und das Camp, ebenso wie der große Bruder der NaNoWriMo, sind für mich tägliche Deadlines. Dabei sind meist nicht mal die Wörter an sich das Problem. Meistens habe ich mehr als genug davon. Aber dann zweifele ich am Inhalt. Klar kenne ich all die Hinweise zum First Draft und dass keiner davon perfekt sein kann. Aber wenn ich schon im Hinterkopf habe, dass die Überarbeitung an einer bestimmten Stelle hart wird, dann zieht mich das runter. Deswegen habe ich mir dieses Jahr zum Camp nur das Ziel „mit der Geschichte fertig werden“ gesetzt. Ob meine Wortzahl passt, oder ob ich weit darunter liege zählt erst mal nicht. Und vielleicht ist genau das der Trick: Realistische Ziele stecken! Nicht „Höher, schneller, weiter“ als die anderen.
Was mir hilft ist eine Szene aus Momo. Die, wo Beppo erklärt, wie er sich verhält, wenn er eine lange Straße kehren muss. „Atemzug, Schritt und Besenstrich“ und niemals an die ganze Straße denken 🙂

WordWar oder stilles Kämmerlein?

Vielleicht seid ihr aber der Wettbewerbstyp und braucht den täglichen Kampf und die Herausforderung. Dann seid ihr ja bei der Schreibnacht genau richtig. Und auch wenn ihr nicht in einem der drei Teams seid, gibt es genug Motivation und Anregung, um euch zu helfen „dran zu bleiben“. Ich möchte an dieser Stelle mein Team lobend erwähnen. Vom ersten Tag an war es eine Herausforderung das Manuskript aufzumachen und zu schreiben, statt einfach noch eine Weile an unserem gemütlichen Kamin zu sitzen und zu plaudern. Bisher schlage ich mich jedoch recht gut und bin zuversichtlich, dass es auch so bleibt.
Wenn ihr auch die Herausforderung braucht, meldet euch bei den WordWars, die diesen Monate extrem beliebt sind, oder versucht euch vielleicht zum ersten Mal an einer Schreibtour. Der Wechsel zwischen einer festen Zeitangabe zum schreiben und einer Wortzahl macht es immer wieder interessant, auch wenn ihr euch vielleicht an einer „festgebissen“ habt weil ihr einfach das Thema mögt.

Lass die Sonne in dein Herz

Im Laufe des Camps erwacht auch die Natur zum Leben. Ich lebe in einer Ecke Deutschlands, wo alles ein bisschen länger dauert. Trotzdem machen sich auch hier bereits die ersten Bäume und Sträucher bereit für die Blütezeit. Mehr und mehr Vögel zwitschern fröhlich und die Besuche unserer Eichhörnchen am Futterhaus werden bereits seltener. Wenn euch euer Manuskript an sich, eine Szene oder ein halsstarriger Charakter gerade wahnsinnig machen, seht euch aufmerksam um, sucht nach den kleinen Zeichen des neuen Lebens, das uns auch in einer sicher nicht einfachen Zeit ein bisschen Normalität gibt. Macht einer anderen Person eine Freude, schickt eine bunte Postkarte oder schreibt einen Brief. Und wenn ihr dann für eine Weile Abstand von eurem Manuskript hattet, setzt euch wieder hin und macht weiter.

Neue Situationen

Ihr wisst, wohin ihr wollt, aber eure Figuren machen nicht mit? Werft sie in eine unerwartete Situation! Wie reagiert euer Charakter, wenn er plötzlich nicht mehr reich/arm/stark/schwach/selbstsicher/unsicher ist? Oft reicht es, sich das in Gedanken vorzustellen, ohne es aufzuschreiben. Einige Charakter brauchen auch im Laufe einer Geschichte einen neuen Charakterbogen. Geht den Anfangsstand nochmal durch und macht in einer anderen Farbe Ergänzungen, wie der Charakter jetzt ist, wie und wo er sich verändert hat. Auch das wirft oftmals ein ganz neues Licht auf eine Situation und gibt euch möglicherweise einen neuen Schreibimpuls.

Möglicherweise hilft euch auch diese Schreibaufgabe:
https://www.schreibnacht.de/topic/15582/aufgabe-36-frag-die-figur

Aufhören, wenn es am schönsten ist

Keine Sorge, ihr sollt nicht mitten im Schreibflow aufhören. Aber günstig ist eine Stelle, an der ihr auch morgen noch wisst, wie es weitergehen soll. Dann könnt ihr sofort loslegen und habt direkt Fahrt am neuen Schreibtag aufgenommen und startet nicht mit einem verzweifelten „Und was mach ich jetzt?“ in das Manuskript.

Mut zur Lücke

Manche Szenen kann man nicht vor dem ersten Kaffee/Tee/Kakao schreiben und andere nicht wenn der Rest der Familie um einen herumwuselt. An solchen Stellen mache ich mir kurze Stichpunkte, die ich dann bei Gelegenheit ausführe, wenn ich die nötige Ruhe bzw. das passende Umfeld dafür habe.

Niemals den Spaß vergessen
Gerade das Camp impliziert für mich schon allein durch die Namensgebung Spaß. Ich war begeisterte Zeltlagerteilnehmerin mit unserer örtlichen Jugendgruppe. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und hatten drei Tage lang Wettkämpfe gegeneinander und gemeinsame Abende am Lagerfeuer. Wir haben zusammen gekocht, sauber gemacht, gegessen, gelacht … Das ist es, woran ich mich auch im CampNaNoWriMo erinnert fühle: Spaß und gemeinsame Aktivitäten <3

In diesem Sinne:

Bleibt positiv, ich glaube an jede/n Einzelne/n von euch <3

Eure Irina

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