CampNaNoWriMo – Peptalk #1

CampNaNoWriMo – Peptalk #1

Endlich wieder Juli, oder besser gesagt: endlich wieder Camp NaNoWriMo, denn ich persönlich könnte auf die Hitze draußen gut und gerne verzichten. Aber vielleicht seid ihr ja Sommermenschen und blüht bei diesen Temperaturen erst richtig auf. In jedem Fall heißt es diesen Monat: viel trinken und noch mehr schreiben!

Nutze die Motivation

Es ist ein altbekanntes Muster: zu Beginn des Monats sprühen sämtliche Autor:innen nur so über vor Motivation. Es ist leicht, sich davon mitreißen zu lassen, also tu es. Nutze die Motivation, die überall zu spüren ist, um einen großartigen Start ins Camp hinzulegen. Denn man kann nie wissen, was der Monat noch bringen mag und am Ende bist du vielleicht froh, dir jetzt ein kleines Polster geschrieben zu haben. Wenn ich Anfang des Monats die Zeit habe, versuche ich immer, täglich 150% meines Tagessolls zu schreiben, um mein Ziel auch zu schaffen, wenn das Leben irgendwann dazwischen grätscht. Und falls es das nicht tut, auch gut. Es geht nicht nur darum, das eigene Ziel zu schaffen und dich dann auf die faule Haut zu legen. Bonus-Wörter über das Ziel hinaus sind großartig, glaubt mir. Keine Lust ist momentan keine Ausrede! Also Ärmel hochkrempeln und let’s go.

Die eigene Balance finden

Du hast ein Ziel vor Augen und noch fast einen ganzen Monat vor dir. Bedenke: es ist ein ganzer Monat mit 31 Tagen und auch wenn ein Startsprint eine großartige Sache ist, musst du nicht schon morgen das Camp gewonnen haben. Vor allem, wenn es dir nicht nur darum geht, zu gewinnen, sondern du diesen Monat auch zum Anlass nimmst, endlich eine Routine zu entwickeln. Nutze die Motivation, aber überanstrenge dich nicht, denn wenn dein Projekt dich stresst, verlierst du den Spaß am Schreiben. Versuche also, die richtige Balance zwischen der anfänglichen Motivation und deiner Energie für diesen Monat zu finden. Denn das Camp ist ein Marathon und kein Sprint.

Und wenn du in diesen ersten Tagen keine Zeit hast, ist das vollkommen in Ordnung. Es ist in Ordnung, hinterherzuhängen, während andere ihrem Ziel ganz nah sind. Denn du kannst es immer noch schaffen. Deine eigene Leistung ist nicht abhängig davon, was die anderen schaffen werden. Der Vergleich mag zwar interessant und manchmal der nötige Tritt in den Hintern sein, aber lass dich davon nicht unterkriegen. Es geht um dich und deine Leistung und es ist in Ordnung, wenn andere mehr schreiben. Wir haben alle unterschiedliche Leben mit unterschiedlichen Aufgaben und Verpflichtungen. Manche haben im Juli viel Zeit, sich ihren Geschichten zu widmen. Es ist in Ordnung, wenn du das aktuell nicht leisten kannst. Der einzige Gegner, den du besiegen musst, ist dein innerer Schweinehund.

Der Hitze trotzen

Bei den derzeitigen Temperaturen, ist es wichtig viel zu trinken, also stell dir eine Flasche Wasser oder ein anderes Getränk deiner Wahl neben deinen Schreibplatz. Falls du Gläser oder Tassen nutzt: immer so stellen, dass du es nicht versehentlich umwirfst und sich alles über deine Tastatur ergießt. Ein Technikausfall wäre in diesem Monat der Worst Case! Wenn du zu den Menschen gehörst, die gerne Mal das Trinken vergessen, häng dir einen Notizzettel an den Bildschirmrand oder über den Schreibtisch und trink etwa alle 250-500 Wörter etwas (natürlich abhängig davon, wie schnell du schreibst.).

Ein netter Zettel zur Erinnerung ans Trinken. Copyright: Cassiopeia Casteels

Wenn du kannst, schreib nicht bei der größten Mittagshitze, sondern lieber morgens oder abends jeweils ein Stündchen, wenn es etwas kühler ist. Meistens ist es dann leichter, sich zu konzentrieren und wir verlieren keine Schreibnacht-Mitglieder, weil sie an der Tastatur geschmolzen sind.

Und leg genügend Pausen ein – gönn dir einen freien Nachmittag zum Schwimmen oder iss ein Eis.

Mein Lieblingstrick fürs Schreiben im Sommer ist inzwischen übrigens eine kleine Wanne mit kaltem Wasser, in die ich meine Füße stelle. Das macht die Hitze etwas erträglicher.

Du bist gut genug

Der innere Kritiker hat ebenfalls seine Taschen gepackt und will sich eines der Stockbetten ergattern. Es ist wichtig, dass wir ihn haben – zumindest manchmal, weil man ohne ihn abheben würde – doch im Camp ist er ähnlich fehl am Platz wie der Joker in einem Marvel Film. Also, falls du es noch nicht getan hast: fessle ihn und sperr ihn in den Keller oder die Abstellkammer, sodass er dir nicht ins Camp folgen kann.

Denn du bist gut genug und deine Geschichte ist gut genug. Die Rohfassung muss nicht perfekt sein, sie darf eine Milliarde Fehler enthalten und trotzdem ist sie gut. Sie ist, wie der Name schon sagt, noch roh und erst mit der Überarbeitung schleifst du sie zu dem Diamanten, der in ihr steckt.

Wenn du ein Schreibziel hast: Finger weg von allem, was du bislang geschrieben hast. Überarbeiten kannst du auch im August noch, die beschriebenen Seiten laufen dir nicht weg und lösen sich nicht in Luft auf! (Wenn du das Speichern nicht vergisst und regelmäßig dein Dokument in eine Cloud hochlädst oder auf einem externen Datenträger speicherst). Denk nicht darüber nach, ob du und dein Manuskript eine Szene wirklich brauchen oder ob du sie nur geschrieben hast, weil es so viel Spaß gemacht hat. Auch streichen kannst du noch zu einem späteren Zeitpunkt.

Gewinnen ist nicht alles

Ja, es macht Spaß zu gewinnen. Ja, es ist dein selbst gesetztes Ziel und optimalerweise solltest du das erreichen können. Aber im Camp geht es nicht nur um das Gewinnen. Viel mehr geht es um Spaß, gemeinsam mit anderen zu schreiben und sich gegenseitig anzuspornen und vor allem darum, dass deine Geschichte wächst. Und das heißt auch, das jedes Wort gut und wichtig und ein Erfolg ist. Mit jedem Wort wächst dein Manuskript-Baby, wird größer und kommt dem Ende näher.

Gewinnen ist schön, aber du hast noch ein Leben. Der Sommer ist da, die Corona Maßnahmen sind gelockert. Ein Treffen im kleinen Rahmen – am besten mit Abstand! – kann dir neuen Schwung und die nötige Inspiration für deine Geschichte bringen. Denn Inspiration kommt selten einfach an deinem Schreibplatz vorbeispaziert. Es ist in Ordnung, wenn nicht deine volle Aufmerksamkeit deinem Manuskript gilt.

Und jetzt drei Aufgaben für dich:

  1. Trink etwas! Sofort!
  2. Sichere dein Manuskript ein zweites Mal!
  3. Schreib deinen Tagessoll!

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