Interview mit Oliver Graute – Special Guest der 54. Schreibnacht

Veröffentlicht von Bellasie am

Am 06. Juli starten wir das 54. Mal in die Schreibnacht. Dieses Mal haben wir als Special Guest Oliver Graute eingeladen. Um ihn auf das bevorstehende Event vorzubereiten, stellt er sich uns heute für ein kurzes Interview zu Verfügung.

Schreibnacht: Herzlich Willkommen im Schreibnacht-Magazin. Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns nimmst. Bitte stell dich doch kurz denen vor, die dich noch nicht kennen.

Oliver Graute: Meinen Namen hast Du ja schon vorweggenommen. Also fange ich gleich mit den Details an. Ich war 20 Jahre lang Verleger des Phantastik-Verlags Feder&Schwert, habe unter anderem Rollen- und Erzählspiele wie Engel entwickelt und geschrieben, Romane und Kurzgeschichten verfasst und an Computerspielen wie Anno gearbeitet. 2011 habe ich mit Freunden die Phantastische Akademie e. V. gegründet, der ich bis heute vorstehe. Nachdem ich den Verlag 2016 verkauft habe, arbeite ich heute an diversen Kreativ-Projekten, hauptsächlich aber als Business Designer an der Entwicklung moderner Führungskonzepte in großen Unternehmen.

Schreibnacht: Der Juli-Monat steht im Zeichen der Technik. Laut unseren Recherchen hast du Grafik Design studiert. Seitdem hat sich sicherlich einiges verändert 😉 Neue Programme, neue Arbeitsweisen – wie hat dich das Ganze beeinflusst?

Oliver Graute: Das ist richtig. Ich bin über die Optik ans Schreiben gekommen. Früher konnte ich keine zwei Seiten schreiben, ohne den Bleistift in die Hand zu nehmen und meiner Kreativität in Form von Skizzen und Bildern Ausdruck zu verleihen. Heute ist es eher umgekehrt. Allerdings arbeite ich viel an der Gestaltung von Covern, Layouts und Illustrationen. Mehr aber noch als Art Director. Die Arbeit ist im Laufe der Jahre für Grafiker deutlich einfacher geworden. Vor allem in Sachen logistischer Abläufe und Datentransfer. Die Möglichkeiten moderner DTP- und Grafik-Programme sind fast Grenzenlos und das hilft natürlich auch nicht Grafikern. Die Stolpersteine liegen jedoch an jeder virtuellen Ecke.

Schreibnacht: Wie bist du von der Werbeagentur in die Literaturwelt gekommen?

Oliver Graute: Tatsächlich über mein Hobby, das Rollenspiel. Ich war ein Fan und Feder&Schwert benötigte dringend Hilfe in Sachen Produktion und Grafik. So fand zusammen, was 20 Jahre lang zusammengehören sollte. Als Teilhaber muss man sich natürlich mit allen Bereichen des Verlagswesens auskennen und so hat man sich nach und nach reingearbeitet.

Schreibnacht: In der Literaturwelt angekommen hast du noch einen weiteren ungewöhnlichen Schritt gewagt. Du bist Erfinder des Rollenspiels „Engel“. Was hat dich auf diese Idee gebracht?

Oliver Graute: Nun ja, natürlich gehen einem viele Ideen durch den Kopf, wenn man den ganzen Tag von phantastischen Büchern und Spielen umgeben ist. Der Impuls kam tatsächlich über die Dr-Faustus-Romane von Kai Meyer, der ja dann auch an der Konzeption des Spiels mitgearbeitet hat. Zwar hat das Spiel überhaupt nichts mit den Romanen zutun, aber entscheidend ist, dass ein einziger Impuls so etwas auslösen kann.

Schreibnacht: Magst du uns mitteilen, welche Projekte noch in deiner Schublade schlummern?

Oliver Graute: Tatsächlich wird ja Engel gerade durch den Uhrwerk-Verlag neu aufgelegt und ich bin dort beratend tätig, arbeite aber auch lose an der Weiterentwicklung der Spielwelt. Desweiteren habe ich ein kleines Pet-Projekt gemeinsam mit Christian von Aster. Eine Sammlung von Kreaturen, die es nie gegeben hat, die es hätte aber dringend geben sollen, wie wir finden. Unter dem Spitznamen Viecherverse sind bereits zwei Postkartensammlungen mit je 13 Tieren erschienen unter dem Titel „Ein Kryptozoologisches Panoptikum verschiedentlicher fast vergessener Arten“. Herr von Aster Schreibt weitestgehend die Verse zu meinen Illustrationen. Da gibt es allerlei Kreaturen vom Hummerhai und Flamungo über die Kamikatze bis hin zum Wummerlump und der Ohrdommel. Derzeit arbeiten wir am dritten Teil und an einer anschließenden Buchveröffentlichung.

Schreibnacht: Jeder von uns hat Themen, über die er lieber spricht, als über andere. Welche Fragen würdest du dir von unseren Schreibnächtlern wünschen?

Oliver Graute: Puh, das ist schwierig. Ich denke, am besten sind Fragen, die man nicht einfach googeln kann, denn dann haben ja alle Beteiligten ihre Zeit vertan. Ich glaube, es wäre sinnvoll über die Branche und so manchen Irrglauben im Buchsektor zu reden. Aber im Grunde müssen die Fragenden entscheiden.

Schreibnacht: Na dann sind wir mal gespannt, was unsere Leser von dir wissen wollen. Vielen Dank für deine Antworten an uns. Wir haben noch einen wichtigen Hinweis an unsere Teilnehmer der nächsten Schreibnacht:

In der Vergangenheit kam es aufgrund von technischen Problemen während der Schreibnacht vermehrt zu Abstürzen unseres Forums. Leider konnten wir dies trotz unserer Bemühungen noch nicht beheben. Um euch die gewohnte Qualität zu bieten, haben wir uns dazu entschlossen, das Konzept der Schreibnacht leicht zu verändern. So wird Oliver Graute am Freitag zwar eure Fragen beantworten, diese können jedoch schon ab heute eingereicht werden. Der Forumbereich ist ab sofort geöffnet: ab ins Forum

 


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