How to CampNaNoWriMo

How to CampNaNoWriMo

Bald ist es wieder soweit: Das Camp NaNoWriMo steht vor der Tür – Zeit, die letzten Tage im März zu nutzen und sich auf den April vorzubereiten. Aber erstmal für alle, die sich gerade denken: „Was für ein Camp?“

Das Camp ist quasi ein kleiner NaNoWriMo. Im Gegensatz dazu darfst du dir beim Camp dein persönliches Monatsziel selbst aussuchen. Bislang hatte das Camp seine eigene Webseite, mit dem Umbau der NaNoWriMo-Seite ist aber auch das Camp dorthin umgezogen.

Quelle: Nanowrimo.org

Cabin

Ich finde dieses Konzept genial und es fehlt mir im November immer wieder. Denn die Cabins oder Groups, wie sie inzwischen genannt werden, haben alle einen eigenen Chat, was irgendwie persönlicher ist, als einfach hin und wieder seine Buddys zu stalken und zu schauen, wie viel sie in diesem Monat geschrieben haben.

Die Umbenennung dieses Systems ist aber nicht die einzige Änderung: inzwischen ist es möglich, in mehr als einer Gruppe aktiv zu sein. Und falls du noch keine Writing-Buddys hast, mit denen du eine Gruppe gründen kannst oder eine dir nicht reicht, gibt es mittlerweile ein Unterforum, in dem du eine passende Gruppe finden oder weitere Mitglieder für deine frisch gegründete Gruppe suchen kannst. Die Größe der Gruppen ist übrigens auf 20 Mitglieder begrenzt, was zu einem sehr persönlichen Austausch beiträgt.

Das richtige Ziel setzen

Das richtige Ziel ist  enorm wichtig, damit das Camp für dich ein Erfolg wird und dich nicht unnötig deprimiert. Bislang war es möglich, für das Camp statt eines Wortziels auch ein Seiten- oder Zeitziel anzugeben. Leider wurde dies mit dem Umzug des Camps auf die NaNoWriMo-Seite geändert, sodass nur noch Wortziele möglich sind. Das bedeutet, dass du dir beim Plotten und Überarbeiten gut überlegen musst, wie du das anrechnen möchtest, oder eben doch schreiben musst.

Beim Plotten kannst du entweder die dabei entstandenen Wörter zählen. Wenn du deinen Fortschritt hierbei normalerweise in Zeit rechnest, empfiehlt es sich, Zeit in Wörter umzurechnen. Deine Rechnung ist dabei egal, denn es geht um den prozentualen Anteil, nicht um absolute Zahlen. So kannst du beispielsweise pro Plottingstunde eintausend Wörter rechnen. Wenn du im April also dreißig Stunden plotten möchtest, setzt du dir ein Ziel von 30.000 Wörtern. Oder du zählst die Wörter, die du für deine Plotting-Notizen geschrieben hast.

Selbiges gilt für die Überarbeitenden unter euch. Entweder ihr zählt die Wörter, die ihr durchgegangen seid, oder ihr rechnet wie oben statt Stunden Seiten in Wörter um.

Die Frage nach der Höhe deines Ziels besteht allerdings immer noch. Optimalerweise arbeitest du ohnehin mit monatlichen Zielen und bist inzwischen ein Profi darin, einschätzen zu können, wie viel du in einem Monat schaffst – dann darfst du beim nächsten Punkt weiterlesen.

Falls nicht, überleg dir: Was steht in diesem Monat alles an? Wie viel Zeit wirst du effektiv zum Schreiben haben? Sind es nur 30 Stunden oder wesentlich mehr? Wenn du weißt, wie viele Wörter du in einer Stunde schreibst, kannst du abschätzen, was theoretisch machbar ist. Das ist dein Richtwert, keine feste Vorgabe. Ich persönlich setze mir lieber ein höheres Ziel, weil das der Arschtritt meines Vergangenheits- an mein Zukunfts-Ich ist. Der ehrgeizige Teil von mir will dieses Ziel dann unbedingt schaffen, koste es was es wolle. Wenn ich es nicht schaffe, ist das aber auch ok. Da ich aber weiß, dass viele Autor*innen anders ticken,empfehle ich allen, die durch ihr Scheitern demotiviert werden, von diesem Richtwert etwas abzuziehen. Das gibt dir Puffer.

Du hast also ein Ziel, aber das ist nicht alles, was du in deiner Vorbereitung beachten musst!

Sozialleben

Die Tipps für das Sozialleben gelten für normale Unterschiede, in der Hoffnung, dass wir diese bald wieder haben werden.

Die treuen Leser*innen des Magazins haben vielleicht schon mitbekommen, dass ich immer wieder dafür plädiere, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man dem Sozialleben Vorrang gibt. Aber jetzt ganz ungeschönt, ohne Aufmunterung, und Ausreden: Wenn du das Camp meistern willst und dir ein hohes Ziel setzt, kannst du nicht jeden Abend mit Freund*innen oder Familie verbringen. Das ist das Camp NaNoWriMo und kein Ponyhof!

Wie hart das Camp in der Hinsicht für dich wird, ist zwar auch abhängig von der richtigen Zielsetzung, aber warne dein Umfeld schon mal vor, dass sich im nächsten Monat deine Prioritäten etwas verschieben und du nicht so viel Zeit für es haben wirst. Und bleib hart, wenn das nicht alle sofort verstehen. Personen, die bremsen statt zu unterstützen, sollten nie eine große Rolle in deinem Leben spielen!

Angesichts von COVID-19 und der Ausgangsbeschränkung, sind soziale Kontakte in diesem Jahr ohnehin zurückgefahren. Das Camp wird dir hoffentlich genügend Ablenkung bieten, damit dir nicht die Decke auf den Kopf fällt. Die allgemeine Motivation unter Autor*innen inklusive der Aktionen im Forum nehmen dir hoffentlich das Gefühl der sozialen Isolation. Denn im Camp ist niemand allein!

Versorgung

Bei meinem ersten NaNoWriMo habe ich gelacht, als ich auf Twitter von einer Autorin gelesen habe, dass sie für den ganzen Monat vorgekocht und es eingefroren hat. Drei NaNos und sechs Camps später weiß ich: Das ist eine verdammt clevere Idee. Ok, bei mir scheitert das schon allein daran, dass ich als Studentin nur ein winziges Gefrierfach habe, das ich mir auch noch mit meinem Mitbewohner teilen muss. Trotzdem lässt sich die Versorgung mit Essen und allem alltäglichen Kram ein wenig vorplanen. Es muss nicht Fast-Food sein, aber du kannst dir für den Monat Gerichte vornehmen, die schnell gekocht sind oder – wenn die Kühlschrankkapazität es zulässt – auch am nächsten Tag nochmal gegessen werden können. Mit der Familie gestaltet sich das wohl schwerer, aber vielleicht kannst du deine*n Partner*in auch überreden, das Kochen in diesem Monat zu übernehmen.

Extra für den April zu hamstern, kann dieses Jahr wohl nicht empfohlen werden. Entweder, du gehörst zu den Menschen, die das eh schon getan haben, oder du kannst dich glücklich schätzen, wenn du immerhin einmal Seife und eine Packung Nudeln bekommst. Ein bisschen Vorplanung für deine Versorgung die nächsten Wochen ist dennoch ratsam. (Für den April brauchst du aber nicht fünf Packungen Toilettenpapier ;))

Plotten

Selbst wenn du während des Camps plottest, also quasi deine Geschichte vorbereitest, kannst du dich jetzt schon darauf vorbereiten. Sorge dafür, dass du alles, was du brauchst, zu Hause hast. Wenn du gerne Karteikarten nutzt, besorge dir jetzt schon genügend. Selbiges gilt für Stifte, Papier etc. Du kannst dir auch überlegen, wie du vorgehen willst. Wo fängst du an und wie detaillierst willst du plotten? Mach dir jetzt (also wenn du fertig gelesen hast) Gedanken darüber!

Wie du deine Idee in einen Plot verwandelst, hat Francis bereits vor einiger Zeit beschrieben.

Schreiben

Hier dürfte es sehr offensichtlich sein: Wisse, was du schreiben möchtest. Was ist es für eine Geschichte? Wer sind die Protagonist*innen und Antagonist*innen? Was soll passieren?
Je detaillierter du plottest, desto schneller wirst du beim Schreiben vorankommen. Das heißt nicht, dass das ein Muss ist – wenn du Pantser*in bist, dann pantse dich durchs Camp! Vielleicht hast du ja trotzdem schon eine grobe Idee, was da im April bei raus kommen soll? Sei einfach mindestens so gut vorbereitet wie immer, wenn du zu schreiben beginnst.

Überarbeiten

Ohne fertigen Text keine Überarbeitung. Wenn du wirklich überarbeiten willst, solltest du bereits die Rohfassung beendet haben. Für das Überarbeiten gibt es verschiedene Herangehensweisen. Wenn schon mehrere Manuskripte überarbeitet hast, ist das reine Routine für dich. Wenn du in diesem Monat Testleser*innen-Feedback einbauen willst, sorge dafür, dass du bis zum Abend des 31. März von allen dein Feedback erhalten hast. Falls nicht, überleg dir, wie du herangehen willst. Alles in einem Rutsch zu machen, ist selten sinnvoll, denn eine Rohfassung steckt voller vielseitiger Fehler. Grammatikfehler, Logikfehler, Plotholes – darauf kannst du nicht gleichzeitig achten. Du wirst mehrere Überarbeitungsdurchgänge brauchen. Entscheide also jetzt, was du bei deinem anstehenden Durchgang erreichen möchtest. Auch hierzu hat Francis einen wunderbaren Artikel geschrieben.
Zudem kannst du dir im Schreibnacht-Forum Unterstützung im Editorial holen.

Den Spaß und das Sichern nicht vergessen!

Das Camp kann hart sein und Erfolg kommt nicht aus dem Nichts, aber bei allem Ehrgeiz wünsche ich dir, dass du nie den Spaß am Schreiben verlierst. Es ist ein schmaler Grad, zwischen genügend und zu viel Druck. Wenn du merkst, es wird zu viel, dann gönn dir eine Pause. Egal ob du dafür genügend Puffer hast oder nicht.

Und vergiss nicht, deine Datei(en) auf mehreren Wegen zu sichern – egal ob Cloud, USB-Stick oder externe Festplatte. Falls du noch nichts davon hast, kümmere dich vor dem Monatsersten darum.

Dank dieser Tipps können wir hoffentlich alle um Punkt Mitternacht am 01.04. in ein erfolgreiches Camp starten. Falls ihr weitere Ratschläge habt, sammelt sie gerne hier im Kommentarbereich unter dem Artikel!

Ein Gedanke zu „How to CampNaNoWriMo

  1. Viele Tipps hast du schon genannt. Ich selbst kenne nur noch einen weiteren Tipp: Wenn du schreibst/überarbeitest, dann tust du das und nichts anderes. Wenn du es dir leisten kannst, sprich mit deinem Umfeld ab, dass du Zeitslots hast, in denen du weder ans Telefon, noch ans Handy gehst (!! und mach das dann auch nicht!!), mach Twitter/Facebook/Instagram bewusst zu (und – so leid es mir tut – vielleicht auch besser die Schreibnacht-Seite) und schreib. Wenn du natürlich mit Hilfe von Schreibtouren dein Ziel erreichen willst, muss die Schreibnacht natürlich offen bleiben. 🙂 Allen ein erfolgreiches Camp!

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