Wie recherchiere ich richtig?

Veröffentlicht von Juliana Fabula am

An und für sich gibt es kein richtig oder falsch. Für die einen, ist der eine Weg gut, für jemand anderes, ein anderer. Trotzdem möchte ich euch heute ein wenig über das Recherchieren erzählen. Denn die richtigen Infos, sind der Grundstein der Geschichte. Es ist egal, ob es ein historischer Roman, ein Krimi oder Fantasy ist, gewissen Informationen sollten für jeden Roman vorhanden sein. Stimmen die geschichtlichen Fakten? Wie wird eine Leiche obduziert? Welche Waffen hinterlassen welche Wunden? Was passiert, wenn…

Es gibt viele Fragen, die man mittels Recherche beantworten kann. Ebenso gibt es viele verschiedene Methoden, um zu recherchieren.

Allen voran wäre da das Internet – von Wikipedia-Einträgen bis hin zu Pinterest stehen dir hier unzählige Möglichkeiten offen, um für dich relevante Informationen zusammenzutragen und diese letztendlich in deinen Roman einfließen zu lassen.

Desweiteren gibt es Bücher, in denen du nachschlagen kannst. Sei es geliehene aus der Bücherei oder welche, die du dir extra dafür gekauft hast. Für meinen Roman habe ich mir z.B. ein Buch über die Legenden und Mythen der Sternbilder gekauft. Es hieß „Als die Götter noch mit Menschen rangen“ und die Informationen, die ich darin fand, hatte ich zuvor noch nirgends im Internet gelesen.

Du kannst auch Museen besuchen, um historischen Fakten auf den Grund zu gehen. Befasse dich mit der Geschichte und ziehe daraus nützliche Informationen für deine eigene Geschichte.

Dein Roman hat besondere Orte als Schauplatz und du möchtest, dass diese so authentisch wie möglich sind? Du kannst reisen, um noch besser auf Landschaften, Leute, Mentalität, Atmosphäre und andere Begebenheiten vor Ort eingehen zu können. Manchmal hilft es auch, sich von all den neuen und unbekannten Einflüssen, die einen dabei erwarten, treiben und inspirieren lassen .

Deine Fragen benötigen einer Diskussion, in der du auch neue Fragen stellen kannst, sobald diese aufkommen? Manchmal hilft es einen Experten zu fragen. Ich habe mal einen Mediziner ausgequetscht, wie man das Gehirn mittels chemischer Substanzen beeinflussen kann u.ä. Es war ein sehr hilfreiches und inspirierendes Gespräch gewesen, das mir einige Details für die Geschichte geben konnte, die ich zuvor noch nicht bedacht hatte.

Ebenso ist es auch manchmal sinnvoll, wenn man selbst Erfahrungen in Tätigkeiten sammelt, die deine Protagonisten bewältigen müssen. Nehmen wir einmal an, dein Charakter wäre ein Bogenschütze. Wie verhält sich der Pfeil bei Gegenwind? Wie anstrengend ist es, die Sehne lange gezogen zu halten? Dies ist möglicherweise eine Erfahrung, die du selbst machen kannst. Probiere es aus und halte die Daten für dich fest, um sie später in deinen Roman mit einzubringen. So wird deine Geschichte für den Leser noch authentischer.

Nun haben wir über einige Optionen gesprochen, wie du recherchieren kannst doch was von diesen Informationen gehört überhaupt in die Geschichte? Manchmal ist es gut mehr zu wissen, als man letztendlich dem Leser erzählt. Ich finde, dadurch verleiht man dem ganzen noch etwas mehr Authentizität: Manche Details werden später vielleicht auch noch im Lektorat gestrichen, da sie für das Geschehen nicht relevant sind. Für dich und deinen Roman kann es aber erst einmal wichtig gewesen sein, diese mit hineinzuschreiben. Die Selfpublisher-Bibel ist in einem Artikel auch noch einmal detaillierter darauf eingegangen, was in einem Roman gehört und was vielleicht zu viel ist.

Natürlich gibt es hier aufwändigere Genre, die mehr Recherche benötigen als andere, eben z.B. für historische Romane, aber auch hier sollte man sich nicht im Detail verlieren. Man sollte sich ein Ziel setzen, wie viel Zeit man für die Recherche aufwenden sollte. Warum fragst du dich? Die Recherche ist nicht nur Arbeit, die deine Schreibzeit frisst – die Gefahr ist groß, sich immer tiefer und tiefer in ihr zu verlieren und somit zu viel Zeit verstreichen zu lassen. Es kann passieren, dass du Artikel liest, die gar nicht mehr relevant für den eigentlichen Handlungsstrang sind. Deshalb überlege dir auch hier gezielt, wonach suchst du und was ist dafür relevant?

Manchmal kommen auch erst während dem Schreiben Fragen auf, an die du vorher nicht gedacht hast. Wie lange überlebt jemand, dessen Oberschenkel-Hauptschlagader durchtrennt wurde? Kann man diese verbinden, sodass er noch einige Stunden überlebt? In wenigen Fällen kannst du auch mit Fakten schummeln und sie dir etwas zurechtbiegen- Dabei solltest du Vorsicht walten lassen, denn irgendwann könnte deine Glaubwürdigkeit arg ins Wanken geraten. Man sollte deshalb immer versuchen, es so schlüssig wie möglich wirken zu lassen.

Zu guter Letzt sollte wohl gesagt sein: Es ist nicht schlimm Fehler zu machen. Für mich als Leser ist es okay, vielleicht ein anderes Jahrhundert gewählt zu haben, als das, in dem es eigentlich stattfand. Es ist für mich auch okay, wenn man einen Zahlendreher hatte oder etwas erklärt hat, was letztendlich doch ganz anders war. Fakten dürfen abgewandelt werden, wenn die restliche Geschichte logisch ist und auch mit diesen Fakten schlüssig erscheint. Ich glaube, das ist nicht nur meine Meinung.

Dennoch bleibt die Angst vor physikalischen Abschnitten, der sogar der Autoren Andreas Eschbach unterliegt.

Hier ein schönes Interview mit ihm.

Ich halte fest: Ja, Recherche ist wichtig. Aber man muss verzeihen können. Ein Buch zu schreiben ist harte Arbeit und Fehler können passieren. Es ist wichtig, das Gleichgewicht zwischen Nachvollziehbarkeit und Spannung zu wahren.

Wie denkt ihr darüber?


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